Liebe Gemeinde, Welchen Sinn hat f�r uns alle Weihnachten? Auf diese Frage kann man viele Antworten geben. F�r einige Menschen stellt Weihnachten nur eine Gelegenheit dar, um zu feiern und der t�glichen Monotonie zu entfliehen. F�r andere ist Weihnachten eine reine Gesch�ftssache. F�r andere noch repr�sentiert Weihnachten nur eine Gelegenheit, um die Krippe aufzustellen und die Kinder damit gl�cklich zu machen. Wie viele Male haben wir uns gesagt: Wenn es nicht die Kinder g�be, w�rde es sich nicht lohnen, Weihnachten zu feiern. In der Tat �bt dieses Fest keine starke Anziehung f�r die meisten von uns aus. Als wir klein waren, hatten wir eine ganz andere Begeisterung, aber als wir erwachsen wurden, haben wir aufgeh�rt zu tr�umen, und das ist schade. Es ist traurig, ohne Tr�ume zu leben. Zusammengefasst handelt es sich f�r die meisten Leute nur darum, eine Tradition fortzusetzen. Wenn diese Leute zum Beispiel in Arabien oder in Asien geboren worden w�ren, h�tten sie wahrscheinlich den Ramadan oder die Geburt von Buddha gefeiert. Jedoch gibt es auch Leute, f�r die Weihnachten gar nichts bedeutet. Ihrer Meinung nach geht es um einen Tag wie viele andere. In einem gewissen Sinn haben sie Recht. Gibt es wirklich etwas Neues an diesem Tag? Wenn man in den letzen Wochen viel gelitten hat, gibt es vielleicht eine Pause zu Weihnachten? Die Antwort ist eindeutig! Gar nichts! Die Leute sterben in den Krankenh�usern weiter. Die Menschen, die in den verschiedensten Teilen der Welt leiden, leiden weiter. So, um auf das Thema zur�ckzukommen, was bedeutet f�r uns die Geburt von Jesus Christus? In den Texten, die ich f�r heute abend gew�hlt habe, gibt es zwei Schl�ssel. Ein Schl�ssel verweilt bei dem Ochs, dem Esel und dem kleinen Kind, das von seinen Eltern - in einer armseligen Krippe liegend - umsorgt wird. Es handelt sich um Elemente, die sich als durchaus nebens�chlich erweisen. Dieser Schl�ssel kann diejenigen sicher nicht befriedigen, die eine schwere Krise durchmachen und den verschiedensten Schwierigkeiten entgegentreten. Der Apostel Petrus gibt uns einen anderen Schl�ssel, der uns erm�glicht, diesen Text besser begreifen zu k�nnen. Der Apostel Petrus geht weder ins Detail, wie Jesus geboren wurde, noch verweilt er bei dem Esel, dem Ochs und der Krippe. Im Gegenteil packt er das Problem der Konsequenzen von Weihnachten an. Nach der Meinung des Apostels stellt die Geburt von Jesus Christus nicht ein Ereignis wie viele andere dar, sondern der Anfang unserer Rettung. Ihr aber seid ein auserw�hltes Geschlecht, eine k�nigliche Priesterschaft, ein heiliger Stamm, ein Volk, das sein besonderes Eigentum wurde, damit ihr die gro�en Taten dessen verk�ndet, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; einst gab es f�r euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden. Lasst uns bei diesen Behauptungen verweilen. Ihr aber seid das auserw�hlte Geschlecht. Die Daseinsberechtigung von Weihnachten besteht darin, dass Gott uns auserw�hlt hat. Was bedeutet diese Aussage? Es bedeutet, dass der Sinn unseres Lebens auf dieser Erde nur mit diesem ewigen Beschluss Gottes erkl�rt werden kann.Es bedeutet, dass unser Treffen - hier in dieser Kirche - kein Zufall ist. In der Geschichte der Menschheit geschieht nichts zuf�llig. Alles hat einen genauen Sinn im Plan Gottes. Der Reformator Johannes Calvin schrieb diese wenigen und bedeutsamen Worte: Alle, die von Jesus gelernt haben, da� die Haare auf unserem Haupt gez�hlt sind, werden weiter nach dem Grund f�r Ereignisse suchen und werden sicher sein, da� die Ereignisse, wie auch immer sie sich ereignen, von dem geheimen Willen Gottes geleitet sind. Der Grund, weshalb wir heute abend hier sind, liegt nur in dem ewigen g�ttlichen Beschluss. In anderen Worten ausgedr�ckt, ist es Gott, der uns w�hlte, und das geschah nicht, weil wir besser als die andere waren. Infolge dieser g�ttlichen Entscheidung sind wir von der Finsternis ins Licht �bergegangen.Was vorher f�r uns dunkel und verworren war, wird klar und eindeutig. Ein Licht, wie ein Blitz in der Nacht, hat die undurchdringliche Dunkelheit unseres geheimnisvollen Lebens durchleuchtet. Jetzt ist es m�glich, die Rolle zu begreifen, die wir aufgerufen sind, hier zu spielen. Um diesen Unterschied zwischen dem Vorher und dem Nachher zu betonen, f�gt Petrus zwei Beobachtungen hinzu: Einst wart ihr nicht sein Volk, jetzt aber seid ihr Gottes Volk; In anderen Worten ausgedr�ckt: Vor der Geburt von Jesus Christus waren wir eine bunte Gesellschaft von Frauen und M�nnern ohne Perspektiven und ohne Zukunft. Vor der Geburt von Jesus Christi hatten wir keinen festen Bezugspunkt, und waren wir m�de und ersch�pft wie Schafe, die keinen Hirten haben. Nach dem Kommen Christi geh�ren wir Gott. Wir sind sein Eigentum. Einst gab es f�r euch kein Erbarmen, jetzt aber habt ihr Erbarmen gefunden. Vorher hatten wir keine andere sichere Perspektive als das Bewusstsein unserer Entfremdung von Gott, unserer Leere und unseres tragischen Schicksales, das hei�t, des Todes. Jetzt aber haben wir Erbarmen gefunden. Der Wert und der Sinn des menschlichen Lebens kommen daher, dass Gott sich an uns erinnert und uns geliebt hat. Der Mensch kann zu h�chsten Ehren emporsteigen aufgrund des Gedenkens und der Liebe Gottes f�r ihn. Wenn Gott nicht die Quelle und der Ursprung unseres Lebens w�re, wie der protestantische Theologe Paul Tillich betonte, w�rde unsere Existenz ein unergr�ndliches Geheimnis bleiben - trotz der Vielfalt seiner wunderbaren Ausdrucksweisen. Auf diese Grundlagen kann sich der Apostel Petrus beziehen, wenn er uns allen sagt: Wenn ihr aber ein auserw�hltes Geschlecht, ein k�nigliches Priestertum, eine heilige Nation, ein Volk seines Besitzes seid, dann seid ihr dazu aufgerufen, die gro�en Taten dessen zu verk�nden, der euch aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat. Was f�r eine enorme Verantwortung: Die grossen Taten Gottes zu verk�nden. Nicht wir, sondern Gott muss im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit stehen. Unser Leben wird lebenswert werden unter der Bedingung, dass wir f�r dieses Ziel weiter arbeiten. Aber was bedeutet das? Es bedeutet, dass wir Instrumente f�r die Verwirklichung von Gottes Plan sein m�ssen. Als Frauen und M�nner sind wir dazu berufen, Gottes Gegenwart zu feiern, in Respekt gegen�ber der Sch�pfung zu leben, unseren Nachbarn zu lieben und zu dienen, f�r die Gerechtigkeit zu k�mpfen und unseren Herrn Jesus Christus als unseren Richter und unsere Hoffnung zu proklamieren. Das ist unser Beruf. Das ist das Ziel unseres Lebens. Das ist, was uns heute abend angek�ndigt wird. Amen Rev. Paolo de Petris
Ulrich Zwingli wird am 1. Januar 1484 in Wildhaus (Kanton St. Gallen) als drittes von zehn Kindern einer angesehenen Bauernfamilie geboren. Mit Hilfe von Verwandten und Freunden der Familie kann der junge Zwingli in Wesen, Basel und Bern Schulen besuchen und anschlie�end in Wien und Basel studieren. 1502 promoviert Zwingli in Basel zum Magister der freien K�nste. Auf das Studium der Philosophie folgt ein kurzes Studium der Theologie.
1506 wird Zwingli zum Pfarrer von Glarus gew�hlt und wird zum Priester geweiht. Er f�hrt dieses Amt in guter katholischer Tradition mit Messelesen, Prozessionen, Reliquienverehrung und Abla�wesen etwa zehn Jahre lang. Ab 1516 korrespondiert Zwingli mit Erasmus von Rotterdam. Seinen Schritt zum Humanismus, den er vor allem politisch und kirchenkritisch versteht, bezeichnet Zwingli sp�ter als einen ersten Schritt zur Reformation. 1516 nimmt Zwingli vor�bergehend einen Ruf nach Einsiedeln an. Hier beginnt er konsequent biblisch zu predigen, d. h. er legt jeden Morgen vor der Messe einen Bibeltext �ffentlich aus.
Im Jahr 1518 wird er als Leutpriester an das Z�rcher Gro�m�nster berufen. In seinen zw�lf Z�rcher Jahren widmet er sich der Entwicklung des Gottesdienstes - eines Gottesdienstes, der innerhalb wie au�erhalb der Kirchenmauern stattfindet. Das ist f�r Zwingli eine Einheit: das Wort Gottes will nicht nur in einem privaten oder verinnerlichten Bereich, sondern in der Gesamtheit des Lebens zur Wirklichkeit werden; das ganze Leben soll Gottesdienst sein. Zwinglis Augenmerk ist in Z�rich von Anfang an auf die Frage gerichtet, wie der Glaube Leben ver�ndert. Dazu geh�ren f�r ihn in der Stadt z. B. Zinsnachl�sse, bessere Entlohnung der Arbeiter oder die Armenf�rsorge. Ab Weihnachten 1523 beginnt in Z�rich der Zusammenbruch des alten Kultes. Prozessionen und Wallfahrten h�ren auf, das Fasten wird nicht eingehalten. Nach Pfingsten 1524 werden alle Bilder aus den Kirchen entfernt. Im April 1525 legen Zwingli und seine Freunde dem Rat der Stadt eine neue Abendmahlsliturgie vor und verlangen die endg�ltige Abschaffung der Messe. Schon Gr�ndonnerstag 1525 wird in Z�rich das erste reformierte Abendmahl gefeiert. Die folgenden Jahre bringen der Reformation in der Schweiz gro�en Zuwachs. Die weltweite Ausbreitung der schweizerischen Reformation nach Frankreich, den Niederlanden, Schottland und Ungarn nimmt erst sp�ter von Genf aus ihren Lauf, wird aber in den zwanziger Jahren in Z�rich vorbereitet. Zwinglis Einfl�sse sind bis Osfriesland sp�rbar, insbesondere �ber Johannes a Lasco, der 1525 in Z�rich von Zwingli auf die Bibel als alleinige Grundlage gewiesen wird.
Die Ausbreitung der Reformation in der Schweiz wird 1531 durch den zweiten Kappeler Krieg beendet. Letztlich wird durch die Folgen des Krieges die konfessionellen Spaltung der Schweiz festgeschrieben. Ulrich Zwingli, der nach altem Brauch als Feldprediger mit in den Krieg gezogen war, erlebt die vernichtende Niederlage der Z�rcher nicht mehr. Er f�llt mit 400 anderen treuen Anh�ngern der Reformation am 11. Oktober 1531.
Take control of the web page by creating a user account now and using the CHURCH ID and PASSWORD assigned to you at the time the website was created to associate your web page with your new user account. If you have an existing user account, sign in and add the site to your account dashboard.
If you don't have the ID/Password combination for this page, please type the code '995162982' below to have it sent to the e-mail address on file.
Page Seen: 907 times